22.06.2017

UNESCO-Weltkulturerbe

 

Nach einem Frühstückstoast und schwarzen Kaffee (Anmerkung: nach einem Monat) ging es zum Shore Temple. Den Überlieferungen zufolge ist der Küstentempel der einzige erhalten gebliebene aus einem Komplex von sieben Tempeln. Der Komplex soll sich über 10 km entlang der Küste erstreckt haben. Der Tempel, der zwölf Jahrhunderte an seinem küstennahen Standort überdauert hat, wird inzwischen durch eine Einfriedung sowie durch Wellenbrecher aus Felsbrocken vor der Erosion geschützt. Diese während der Regierungszeit Indira Gandhis abgelagerten Blöcke ließen den Tempel den Tsunami vom 26.12.2004 überstehen. Weiter zu einem ca. 500 m langgestreckten Felsen, in dessen Bereich sind zahlreiche monolithische Tempelbauten und Höhlentempel verstreut, sowie Felsen-Reliefe und der Butterball Krishna´s. Das berühmteste Relief trägt den Namen „Herabkunft der Ganga“ Es ist ein im 7. Jahrhundert entstandenes Flachrelief. Mit 12 m Höhe und 33 m Breite ist es eines der größten (vielleicht das größte) Felsrelief der Welt. Das Relief wird meist als Darstellung der Herabkunft der Göttin Ganga (den personifizierten Fluss Ganges) gedeutet. Nach der hinduistischen Mythologie ließ der König Bhagiratha den Ganges vom Himmel fließen, um die Seelen seiner Vorfahren zu reinigen. Aber die Dinge geschahen nicht wie geplant und der König bemerkte, dass der Fluss die ganze Erde überschwemmen würde. Daher tat er Buße mit dem Ziel, Hilfe von Shiva zu erhalten, um die zu erwartende Katastrophe abzuwenden. So stieg der Gott zur Erde hinab und bezwang den Ganges, indem er ihn durch sein Haar fließen ließ. Dieses Wunder lockte eine Menge Wesen an, die kamen, um es zu beobachten. Der Spalt zwischen den beiden Felsen ist der berühmteste Teil des Flachreliefs; hier findet sich die Abbildung Shivas. Darunter findet man Ruinen eines Wassertanks, die vermuten lassen, dass einst hier Wasser geflossen ist, das den Ganges darstellen sollte. Neben zahlreichen göttlichen Abbildungen stellt das Relief das dörfliche Leben Indiens im 7. Jahrhundert dar. Im oberen Teil, rechts von dem Spalt, sieht man den Spender und Mäzen, Pallava-König Mahendravarman (reg. ca. 615-630) in Gesellschaft seiner drei Ehefrauen. Darunter ist eine Yogi-Katze in Meditationsstellung zu sehen, umtanzt von Mäusen. Die Szene stellt eine Redensart der indischen Volksweisheit dar, die rät, falschen Sadhus zu misstrauen. Dieses Relief wird mitunter auch als „Buße des Arjuna“ bezeichnet. Die Interpretation ist noch nicht endgültig geklärt.

 

 

 


Standort bzw. Reiseroute

Zeitangaben entsprechen nicht Indienzeit !!!


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